Die Buchmesse liegt hinter uns und unsere Füße danken uns sehr dafür, dass wir ihnen endlich wieder eine Pause gönnen! Was war ansonsten so los? Was haben wir mitgenommen? Was waren unsere Eindrücke? Welche Bücher haben wir entdeckt und können wir empfehlen? In Teil I des Messerückblicks berichten wir von den besten und schlechtesten Veranstaltungen und unseren Messe-Errungenschaften.

Unsere Top- & Flop-Veranstaltungen

Top

  • (Kira) Recht für Blogger: Rechtsanwalt André Stämmler erzählt kompetent und unterhaltsam (!) vom §§-Dschungel für Buchblogger. Haupt-Learning: Wir machen soweit schon mal alles richtig, aber man muss echt höllisch aufpassen – und sicher sein kann man sich sowieso nie.
  • (Freddie) Beim Panel zum Generationenmix in der Buchbranche wurde ausführlich auf die verschiedenen Schwiergkeiten eingegangen, denen sich die verschiedenen Generationen an arbeitenden Buchmenschen in der Zusammenarbeit gegenüber sehen. Obwohl die unterschiedlichen Lebenseinstellungen ganzer Generationen ein großes Konfliktpotential haben, wurde sachlich diskutiert und alle Beteiligten waren offen, sich gegenseitig zuzuhören und andere Perspektiven kennen zu lernen und besser zu verstehen. Das Panel hat mich überraschend optimistisch gestimmt für meinen eigenen Berufseinstieg!
  • (Kira) Bücher aus Gras (nein, nicht DIE Art von Gras, sondern Rasen): Nachdem einem die Messe immer wieder Sachen, die es verhältnismäßig lange gibt (z.B. AR, s.u.), als Innovation verkaufen wollte, war es schön, dass Matabooks seine wahrhaft innovativen Produkte vorgestellt hat. Denn Innovation heißt natürlich nicht nur digital, sondern manchmal eben auch nachhaltig. Matabooks‘ Bücher sind aus Gras gemacht und komplett vegan. Hier geht’s zu ihrer Seite.

Flop

  • (Kira) Der Sonderpreis Innovation: Dieser Preis bedeutet schlicht, dass die Messe eine Wildcard (= einen Ausstellerplatz) an ein Unternehmen vergibt, das sie für sehr innovativ hält. Warum Arkanite Productions für sein AR- und VR-Buchprojekt damit bedacht wurde, erschließt sich mir nicht so ganz, denn AR im Print-Buch gibt es natürlich schon länger (u.a. mit LeYo! und SuperBuch). Für mich darum eine Enttäuschung, aber trotzdem eine qualitative hochwertige Ausführung und vielleicht für manche interessant.
  • (Freddie) Gut angefangen und stark nachgelassen hat die zweistündige Podiumsdiskussion am Donnerstag zum Thema „Einkaufen in den Innenstädten„. Das Innenstadt-Sterben spürt man vor allem in Kleinstädten auf dem Land, nicht nur in Ostdeutschland, sondern zunehmend auch in Westdeutschland. Davon betroffen sind vor allem auch die unabhängigen Buchhandlungen, die stark auf ihren Standort angewiesen sind. Ich hatte mir erhofft, Ideen und Konzepte zu hören, wie dem Problem entgegen getreten wird, wie man die Fußgängerzonen und Innenstädte für die Bürger der Stadt wieder attraktiv machen kann. Fokus des Panels war aber nur eine Art Stadt-Blog, der sich als Plattform zur Promotion des Einzelhandels vor Ort anbietet. Der Vertreter des Stadtmarketings hat zum Glück (immer wieder) betont, dass dies nur ein kleiner Teil eines ganzheitlichen Kernstadt-Konzeptes und neuen Stadtmarketings ist, wozu u.a. auch so banale Sachen wie Verkehrsanbindung, Parkplätze, Fahrradstellplätze, abgestimmte Öffnungszeiten und eine (wieder) zentralisierte Anlaufstelle für Ämter in der Innenstadt gehören. Darüber hätte ich gerne noch mehr erfahren, denn unsere beliebten Buchhandlungen können die Innenstädte nicht alleine retten, niemand kann das alleine. Nach einer Stunde war das Blog-Konzept für mich jedoch ausreichend im Detail vorgestellt. Als dann eine etwas ältere Person („Ich als BWLer …“) des Panels fragte, wie man eigentlich Blogger wird, war dieses Event für mich gelaufen und meine Freundin und ich sind synchron aufgestanden und gegangen.
  • (Kira) Allgemein fand ich es sehr schade, dass bei Veranstaltungen immer wieder mit interessanten, scheinbar allgemeingültigen Themen „gelockt“ wurde, dann aber nur ein oder wenige konkrete Aspekte wirklich aufgegriffen wurden oder nur ein bestimmtes Projekt in dem Bereich vorgestellt wurde, anstatt einen wirklichen umfassenden Überblick zu bieten. Das war z.B. bei der Veranstaltung „Zukunftstechnologien im Selfpublishing“ der Fall oder auch beim „Blog 4.0“.

Unsere Messe-Ausbeute

Freddies Leipzig-Käufe

Freddies Messe-Ausbeute

Donnerstag und Freitag habe ich (Freddie) mich noch zurückhalten können und habe nur fleißig Bücher fotografiert und auf meinen mentalen Want-Stapel abgelegt. Lediglich ein Taschenbuch von Ava Reed Wir fliegen, wenn wir fallen landete bei einem Gewinnspiel der Studierenden-Kollegen am Stand „Studium rund ums Buch“ in meiner Tasche. Da der Klappentext mich leider so gar nicht anmacht, wandert es aber bald wieder aus meiner Wohnung raus.
Am Samstag war ich dann gar nicht auf der Messe und habe mir stattdessen die Leipziger Innenstadt angeschaut, ein bisschen politisches Engagement gezeigt und mich ansonsten treiben lassen. Es trieb mich dann ganz zufällig an einem Antiquariat vorbei, in dessen Ramsch-Auslage ich diese wunderschöne Ausgabe von Der scharlachrote Buchstabe für nur ein paar Euro entdeckte. In der Nähe der Kasse lag dann auch noch eine himmelblaue Ausgabe mit Karl Mays Gedichten, dem perfekten Geschenk für meine Mama, einem riesigen Karl-May-Fan. Mit diesem erfolgreichen Samstag war der Damm im Geldbeutel gebrochen und den Sonntag verbrachte ich damit, bei den Illustratoren und Künstlern in Halle 1 alle Kunstdrucke zu kaufen, die mir die vorherigen Tage aufgefallen waren: zwei leuchtende Pilze und ein tintenblauer Octopus in Postkarten-Größe und ein Sternenhimmel über eisigkalten Gebirgsspitzen, der zum Träumen verführt. Als absoluter Spontan-Kauf durfte dann noch Schund & Sühne von Anna Basener aus dem Eichborn Verlag bei mir einziehen. Beim Griff nach dem Cover hoffte ich noch, dass es bitte kein Minecraft-Buch ist, die ersten drei Worte des Klappentextes haben mich dann aber doch überrascht: „Ein schwuler Prinz …“ Der Klappentext war dann so knackig-witzig, dass ich beim letzten Satz überzeugt war, dieses Buch muss mit und zwar sofort! An dieser Stelle möchte ich der-/demjenigen gratulieren, die/der diesen genialen Klappentext verfasst hat: Chapeau!

Kiras Messe-Errungenschaften

Kiras Käufe und Gewinne

Kiras Käufe

  • Kate DiCamillo: Der Elefant des Magiers und Die wundersame Reise von Edward Tulane (beides Hörbücher, gelesen von Stefan Kurt). Die beiden Hörbücher habe ich als Restposten für jeweils einen Euro erstanden – ein echtes Messe-Schnäppchen! Die Geschichten sind mit zwei bis drei Stunden eher kurz und klingen von der Beschreibung recht märchenhaft. Ich freue mich schon aufs Hören!
  • Erlend Loe: Ich bring mich um die Ecke (Hörbuch, gelesen von Anna Carlsson). Eins meiner Lieblings-Hörbücher überhaupt, das auch definitiv noch seine eigene Rezension bekommen wird, ist Doppler von Erlend Loe, ultimativ perfekt, weil passend gesprochen von Andreas Fröhlich. Der günstige Messe-Kauf von diesem Hörbuch des selben Autors war darum ein Muss. Ich bin schon gespannt, ob es mir trotz fehlendem Herrn Fröhlich genau so gut gefallen wird.

Kiras Gewinne

  • Christopher Moore: Ein todsicherer Plan. Gerade vor der Messe hatte ich Band 1, Ein todsicherer Job, gelesen und zur Messe dann das zweite als Hörbuch gehört. Nun habe ich also ausgerechnet das, was ich eh gerade hörte, als Buch gewonnen. Aber immerhin habe ich jetzt beide in Buchform.
  • Melissa Albert: HazelWood – Wo alles beginnt. Gewonnen beim Stand vom Studium rund ums Buch (Buwi Uni Leipzig). Klingt magisch und ist superschön – ich freue mich schon aufs Lesen!
  • Cassandra Clare: City of Heavenly Fire (Chroniken der Unterwelt). Band 6 einer Reihe, von der ich den ersten Band nicht ganz bis zum Schluss geschafft habe. Yay?
  • Matthias Naß: Countdown to Korea. Ebenfalls bei Studium rund ums Buch erquizzt. Die Bücher, die zur Auswahl standen, waren verpackt und kurze Beschreibungen standen drauf. Von der Beschreibung dieses Buches her, dachte ich, es wäre Fire and Fury, was ich schon interessant gefunden hätte – aber leider falsch geraten. Definitiv kein Keeper für mich.

Kiras Wants!

  • Sébastian Perez & Benjamin Lacombe: Frida. Frida ist ein wunderschön und aufwendig produziertes Table-Top-Buch für Fans von Frida Kahlo mit einem Cover, das sich wie Seide anfühlt, wirklich tollen Bildern und vielen Cut-Outs. Mehr gibt es dazu auch eigentlich nicht zu sagen, schaut am besten selber mal rein. Ich weiß jedenfalls schon, wem ich es gerne schenken würde …
  • Sophie Marlene Frohnauer: Das Flüstern der Rebellion. Der eine Grasbuch-Roman hat mich irgendwie gehookt. Nicht nur weil es als Grasbuch etwas besonderes ist und ein sehr schönes, schlichtes Cover hat, sondern auch durch die Info, dass die Autorin beim Schreiben erst 13 war. Ich habe ganz kurz in die Dystopie reingelesen und fand, der Anfang klang schon mal nicht nach 13-jährig. Das Buch ist momentan etwas teuer für mich, aber ich hoffe, ich komme nochmal dazu, mir das zu kaufen. Oder Notlösung: beschenken lassen.

In Teil II unseres Messerückblicks werden wir euch Ende dieser Woche jede Menge Kurzrezensionen liefern – zu den von der Messe mitgenommenen Leseproben.