Heute gibt’s eine kleine Rezension zu einem Buch, das ich bei Instagram von der Carlsen-Rep Sara (@foxybooks) gewonnen habe. Und ja, ich wollte es auch wegen dem Cover haben! Es geht um „Hotel der Magier“ von , einem laut Klappentext „magischen “, also um ein Buch, das perfekt zum Herbst, besonders in die Zeit vor Halloween passt. Tatsächlich habe ich das Buch schon letztes Jahr gewonnen, habe es da aber nicht geschafft, es vor Halloween zu lesen, deswegen musste ich quasi bis jetzt warten, um wieder in der richtigen Stimmung zum Lesen dieses Buchs zu sein! Und – so viel kann ich schon mal verraten – die Stimmung hat gut gepasst.

Worum geht’s?
Im einsam gelegenen Hotel Zur letzten Chance soll ein wichtiges Magiertreffen stattfinden. Dabei wusste Küchenjunge Seth bisher nicht einmal, dass es wirklich gibt. Doch nach Verspeisen des Nachtisches stirbt der freundliche Dr. Thallomius – Gift! Und alle verdächtigen Seth. Nun muss er selbst ermitteln – gar nicht so einfach, wenn Magie im Spiel ist.

Wie war’s?
Das Buch ist ein 285-seitiger in drei Teilen, die ich mit
1. Vorbereitungen und ein Mord
2. Suche nach Hinweisen
3. Auflösung & Action
überschreiben würde.

Leider hatte ich etwas Schwierigkeiten, in das Buch reinzukommen, da ich nicht wusste, was mich erwartet und wie dementsprechend der Film in meinem Kopf auszusehen hatte: mehr Nightmare before Christmas oder real-düsteres Krimi-Drama? Dazu hat vor allem beigetragen, dass Seth‘ Alter nirgends erwähnt wird und ich das Ganze auch dadurch nicht einordnen konnte. Tatsächlich hat mich das allein schon schier verrückt gemacht und ich habe auf jeder Seite nach neuen Hinweisen auf das Alter gesucht. Das Buch wird vom Verlag für Leser von 10 – 14 Jahren empfohlen, das war aber auch kein richtiger Hinweis. Letztendlich hab ich für meinen Seelenfrieden festgelegt, dass Seth, auch wenn er wie ein 13-Jähriger agiert und spricht, doch mindestens so 16-17 sein muss, damit das alles einen Sinn ergibt (wäre ja sonst z.B. Kinderarbeit). Übrigens wird ebenfalls weder eine Zeit noch ein Ort erwähnt, wo/zu der das Geschehen stattfindet, so dass man auch hier aufgrund von kleinen Hinweisen raten muss. Ich mag es persönlich nicht, dass das alles so offen gelassen wird, z.B. auch durch die Namen der Charaktere, die teilweise ins Deutsche übersetzt (Trottelbohne, Fischadler), teilweise Englisch belassen wurden (Bunn, Squerr). Nachdem ich für mich festgelegt hatte, dass Seth 16 ist, das Ganze in England stattfindet und real-düster aussieht, aber für ein junges Publikum (so ca. wie Harry Potter 3), ging das Lesen dann doch ganz gut und der Fall hat mich nach so ca. 30 Seiten endlich gepackt.

„Der Fall“ ist letztendlich ein Rätsel um einen verschlossenen Raum, denn das Gift kann eigentlich nur in der Zeit, in der der Speisesaal abgeschlossen war, in den Nachtisch gelangt sein. Priorität wird aber statt auf dieses Rätsel eher auf die schrägen Nebencharaktere gelegt: Wer hatte ein Motiv und hat die magischen Fähigkeiten zur Durchführung der Tat? Wer hat womöglich sogar eine Doppelidentität? Die Tat und ihre Aufklärung hängen also sehr eng mit dem Verständnis der Magie im Buch zusammen. Da die Magie auch für Seth etwas ganz Neues ist, findet man als Leser zusammen mit ihm heraus, was Magie ist, welche magischen Kräfte die neuen Hotelgäste jeweils haben (oder auch nicht) und wie die jüngsten Vorfälle in der magischen Geschichte mit dem Fall in Zusammenhang stehen könnten. Da Seth aber nur langsam Wissen darüber erlangt, tappt er lange, nämlich den ganzen zweiten Teil des Buches über, im Dunkeln und sucht eigentlich nur relativ planlos nach belastenden Hinweisen – doch weder weiß er, was er genau sucht, noch was das, das er findet, bedeutet. Dadurch ist der Kriminalfall eher fade und zieht sich langsam dahin, lediglich die kleinen Info-Happen zur Magie (die aber letztendlich doch eher ein schwammiges Konzept bleibt) und zu den Geheimnissen der Personen und des Hotels halten einen bei der Stange.
Dafür geht es in Teil 3 dann aber richtig zur Sache! Plötzlich weiß Seth Bescheid (wobei das eigentlich auch egal ist, weil der Böse sich selbst outet) und mit einem Mal nimmt die Geschichte Fahrt auf! Monster, Magie, ein überraschender zweiter Bösewicht, Zweikampf – es wird rasant, geradezu filmreif. Wäre das ganze Buch so, wäre es super gewesen. War es aber leider nicht. Zum Schluss ist der Mordfall aufgeklärt, aber andere aufgedeckte Geheimnisse, etwa zu Seth, Seth‘ Eltern und dem Hotel an sich, bieten jede Menge Raum für einen zweiten Band, den es mit „Leuchtturm der Geister“ auch bereits gibt.

Werde ich diesen zweiten Band lesen? Wenn ich ihn nicht zufällig geschenkt bekomme, eher nicht. Das Debüt von Frau Thornton zeigt zwar viele gute Ansätze: Die Idee, Magie mit Krimi zu verbinden war z.B. super, etwas skurrile, überspitzte Figuren mag ich gerne und es gab auch mir sympathische Charaktere, etwa die Katze und den unaufgeregten magischen Ermittler, Inspektor Zinnkrug. Nur leider war die Idee nicht gut ausgeführt und auch etwas holprig geschrieben, die skurrilen Figuren waren dann doch etwas zu skurril und wirkten bis auf wenige Ausnahmen nicht sehr echt und die Hauptfigur mochte ich gar nicht. Nicht nur wegen des unidentifizierbaren Alters, sondern auch, weil mich inzwischen so zurückhaltende, unterwürfige Charakteren nerven und ich mir nur denke: Mein Gott, Junge, jetzt steh doch mal für dich ein! Als Kind hätte ich mich aber gerade damit gut identifizieren können.

Übrigens gibt es auch bei diesem Buch, wie bei jedem Buch mit Magie für eine jüngere Zielgruppe Harry Potter-Vergleiche. Tatsächlich ist da aber nicht viel zu finden. Seth ist wie Harry größtenteils ohne Eltern aufgewachsen und anfangs bei einer Familie untergebracht, die ihn furchtbar behandelt. Statt einem fiesen Cousin gibt es die fiese Tochter der Familie, Tiffany. Dann erfährt Seth/Harry, dass es Magie gibt. Das war’s aber auch schon mit Ähnlichkeiten.

Fazit
Empfehlen würde ich Hotel der Magier für Fans von – wollte ich schreiben, aber mir fällt tatsächlich nichts Vergleichbares ein. Wenn man ein richtig gutes Buch mit einem magischen Hotel will, sollte man tatsächlich lieber Nevermoor von Jessica Townsend lesen. Für Krimis gibt es auch deutlich bessere Alternativen, allen voran natürlich Agatha Christie oder meinetwegen für Kinder Detektiv Conan. Ich würde sagen, Hotel der Magier ist vielleicht etwas für 12-14-Jährige, Jüngere können denke ich mit den Figuren nicht allzu viel anfangen, Ältere auch nicht, Krimifans auch nicht. Tatsächlich klingt das jetzt aber negativer als ich wollte. Ich fand das Buch schließlich beim Lesen ganz nett. Ein nettes Buch für zwischendurch, insbesondere für die Vor-Halloweenzeit, und ein wunderschönes Buch zum ins Regal stellen. Denn von außen hat es wirklich einiges zu bieten! Seht selbst:

Es leuchtet im Dunkeln! Need I say more?

~ Kira